geb. 28.02.1913 in Kleinsanktpeter/Banat
Stefan Heinz, Nachkomme deutscher Siedler im Banat, wurde am 28. Februar 1913 in Kleinsanktpeter geboren. Ab 1924 besuchte er das Realgymnasium in Temeswar und anschließend die Katholische Deutsche Lehrerbildungsanstalt, geleitet von Prälat Josef Nischbach. 1932, erste Lehrerstelle in Lenauheim, es folgte Traunau (1935-41). 1941- 43 war er, als rumänischer Sergeant, an der Ostfront. Nach Entlassung war er Schulrat im Schulwesen der Deutschen Volksgruppe in Rumänien, bis August 1944. Als Flüchtlingshelfer in Hatzfeld und Werschetz, von den Ereignissen hin- und her getrieben, galt er als verschollen. In den unruhigen Jahren1945 47 war er Taglöhner, Privatlehrer und Leineweber. 1947 wieder im deutschen Schulwesen des nun kommunistischen Rumänien, wirkte er von 1947 bis 195l an der Volksschule in Baratzhausen. 1951 übersiedelte er nach Temeswar, an die Volksschule Nr. 3, Elisabetstadt. Als 1953 das Deutsche Staatstheater Temeswar gegründet wurde, wechselte er zur Bühne, wo er bis 1973 als Schauspieler und Autor wirkte. Als Hans Kehrer veröffentlichte er Gedichte und Prosa, aber seine Arbeit am Theater führte ihn zielstrebig zur Dramatik. Alle Themen seiner fünf aufgeführten Stücke entnahm er dem Leben seiner Landsleute: "Versunkene Äcker" (1961), "Es geht um die Heirat" (1966), "Narrenbrot" (1974), "Meister Jakob und seine Kinder" (1977) nach A. M. Guttenbrunn und 1980 "Zwei Schwestern", eine "schwäbische Passion". Für die Laienbühnen schrieb er eine Reihe von Stücken zu aktuellen Themen. Seine humoristische Mundartliteratur veröffentliche, er in der "Neuen Banater Zeitung" aber auch in Büchern. Allgemein bekannt war er als Mundartsprecher auf der Bühne, im Rundfunk und Fernsehen als "Vetter Matz vun Hoppsenitz". 1980 ausgewiesen, lebt er in Bielefeld und schrieb 1982/83 das historische Schauspiel "Anno 1525-Bauernkrieg im Allgäu" für die Freilichtbühne von Altusried, erfolgreich 1986 und 1999 mit über 100.000 Zuschauern. Er war auch Regisseur der Mundartbühne Würzburg, die Gastspiele in Deutschland, Rumänien, den USA und Brasilien unternahm. Sefan Heinz war auch in der Landsmannschaft tätig, erstellte und leitete kulturelle Veranstaltungen. Am 26. Juli 2001 wurde ihm das "Bundesverdienstkreuz I. Klasse" verliehen, für seine literarische und kulturelle Arbeit im Dienste seiner Landsleute in der alten und neuen Heimat
Stefan Heinz - Kehrer - Link zu: www.stefan-heinz.de oder www.stefan-heinz-kehrer.de oder www.hans-kehrer.de
"Dieses sein letztes Buch, bietet weite Enblicke in sein langes und bewegtes Leben" ZUR BUCHBESTELLUNG ==>>>>HIER KLICKEN http://www.banater-schwaben.de/buch.htm
Stefan Heinz-Kehrer IM ZANGENGRIFF DER ZEITEN Ein langes Leben-in kurzen Geschichten
"Sehr alt mußte ich werden, um mir zu gestehen, daß ich noch immer nicht recht weiß, wer und was ich bin - und war: Lehrer, Kantor, Mundartsprecher, Soldat, Übersetzer, Dramatiker, Schauspieler, Leineweber, Kaufmann, Landarbeiter, Rentner, Märchenerzähler... Viele Wege bin ich gegangen, manche davon wurden mir aufgezwungen, manchen durfte ich mir wählen, weil er meinen Neigungen entsprach, ein Ziel zu haben schien. Was war ich, was bin ich, was wollte ich eigentlich sein - wo stehe ich heute? Ich will versuchen, es in Geschichten zufassen, dieses lange Leben, mit oft fernen und verhallten Horizonten. Ich will einen Spiegel bauen, der anderen den Blick auf mein Leben öffnet. Aber für diese Freiheit muß der Leser seine Schlußfolgerungen selber ziehen - wer und was ich war und bin. Er darf mich tadeln oder anerkennen - ich werde es hinnehmen. Und vielleicht ist es auch mir gegönnt, selbst eine Antwort für mich zu finden. Meine Vorfahren, "von deutscher Erde abgeglitten, auf eine Insel, weit, im Völkermeer" (Adam Müller-Guttenbrunn), wanderten im 18. Jh. nach Südosten; sie gehörten anfänglich zu Österreich, fielen im politischen Gerangel an Ungarn in der Doppelmonarchie, fielen 1919 an Rumänien. Ich selbst, 1913 im Banat geboren................................................ .....Langsam geht er auf die Neunzig zu und ist der irrigen Meinung, man wäre neugierig auf sein letztes Buch. Aber ich sage: Ich habe vieles erlebt, möchte gerne etwas abgeben, an jene, die Ähnliches erlebt haben, und an jene, die glücklicher waren, aber neugierig sind, wie es im 20. Jahrhundert war. Inzwischen sind wir fast alle von unserer "Insel" abgeglitten, sind zurückgekehrt in die deutsche Heimat unserer Herkunft, zurück zu Brüdern, Schwestern und Freunden, zu einem Leben in Frieden, Freiheit. Und haben dennoch die Erinnerungen an unsere "Insel" , solange wir leben. Manche meinen, diese Erinnerungen seien eine Last. Möglich - aber eine Last, die ich gerne trage. Erst die Enkel und Urenkel werden wieder entlastet sein. Aber- sind sie, deswegen, reicher geworden? Ich kann, nahe dem Grabe, nur Gott bitten, er möge unser aller Enkel begleiten, mit seinem Segen."
ZUR BUCHBESTELLUNG ==>>>> http://www.banater-schwaben.de/buch.htm
Stefan Heinz-Kehrer STATIONEN EINES LEBENS Ausgewählte Gedichte
Stefan Heinz - Kehrer Link zu: www.stefan-heinz.de oder www.stefan-heinz-kehrer.de oder www.hans-kehrer.de
|
Copyright © 2000-2002 Nauy