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BEGRIFFE AUS DER THEATERWELT


EINIGE    BEGRIFFE   AUS  DER  THEATERWELT:

Intendant,       Generalmusikdirektor,       Oberspielleiter,       Regie,     Dirigent,      Chordirektor,       Dramaturg,       Betriebsbüro,      Ensemble,      Chor      Primadonna,     Bühnenbild,       Kostümbild,       Inspizient,      Souffleuse,       Korrepetitor,     Maskenbildner,      Beleuchtungsmeister - Beleuchtungsanlage,   Tonmeister - Tontechnik,     Requisiten,       Bühnentechnik,       Garderobier(e),       Werkstätten    Gewandmeister,       Malersaal,       Kascheur,       Fundus     Kostüm,     Fabel,       Handlung,       Proben,     Einsingen,      Strich,      Markieren,     Rolle,     Partie    Dialog,      Monolog,      Arie,     Duett,       Rezitativ,    Koloratur,     Schmiss,     Applaus,      Applausordnung;

 

Intendant   (engl. - theatre director;   franz .- directeur artistic;   ital. - director de teatro )

Oberster Leiter (Direktor) eines Theaters, der die künstlerische Gesamtleitung inne hat und Personalchef zumindest des gesamten Künstlerischen Ensembles ist. Er trägt die letzte und damit letztlich alleinige Verantwortung für das künstlerische Niveau des Theaters, für Spielplan und Ensemble sowie (allein oder zusammen mit dem Verwaltungsdirektor) für die Finanzen. Er wird von (politischen) Vertretern aus Stadt und Land gewählt oder berufen und per Mehrjahresvertrag mit der Leitung des Theaters beauftragt. Nach innen ist er der künstlerische und administrative Chef, nach außen ist er der erste Repräsentant des Theaters.     zurück

 

Generalmusikdirektor (GMD)

Musikalischer Oberleiter, Orchesterchef, Chefdirigent eines Opernhauses oder eines Mehrspartentheaters sowie Leiter der vom Opernorchester gleichzeitig bestrittenen Sinfoniekonzerte.   zurück

 

Oberspielleiter/Opern-/Schauspieldirektor  

Der erste unter den an einem Theater fest engagierten Regisseuren, meist mit einem Mehrjahresvertrag gebunden. Er ist an der Spielplangestaltung maßgeblich beteiligt, inszeniert in der Regel die gewichtigen Werke einer Spielzeit, verantwortet besonders das künstlerische Niveau der Inszenierungen (das der Inszenierungen anderer Regisseure durch Vorschläge zum Engagement von Regisseuren, die seinen künstlerischen Vorstellungen entsprechen) und stellt das Bindeglied zwischen Theaterleitung und Ensemble dar, dessen Pflege neben seiner eigenen Regiearbeit zu seinen Hauptaufgaben gehört. zurück

 

 

Regie

(Frz. régie - Verwaltung, Leitung). Regie umfasst den Aufgabenbereich des Regisseurs und damit die Einrichtung, Einstudierung und künstlerische Leitung einer Inszenierung. Die Zielvorstellungen der Regie können verschieden sein; sie reichen von Versuchen einer originalgetreuen Interpretation über die Umsetzung der vom Autor festgelegten Möglichkeiten bis hin zur kritischen Auslegung eines Werks nach ausgewählten Gesichtspunkten, ja zur freien Produktion, für die der Text nur mehr Ausgangspunkt ist (siehe auch Regietheater). Der Interpretationsvielfalt steht bei neuzeitlichen Werken das Urheberrecht entgegen, das bei einschneidenden Änderungen in Text und Struktur des Stücks die Zustimmung des Autors verlangt.

In der Antike wurde R. zumeist vom Autor ausgeübt, der sich für die Einstudierung der Chöre verantwortlich zeigte. Das Regie-Interesse richtete sich weniger auf das Spiel der Darsteller, zumal der Dichter häufig selbst agierte. Sofern er nicht Regie führte, wurde ein professioneller Chorleiter (Didaskalos) engagiert. Chor-Regie dagegen bedeutete keine künstlerische Arbeit, sondern die finanzielle und materielle Ausstattung der Chöre, die ausgewählten Privatleuten (Choregen) oblag.

Im Theater des Mittelalters fielen dem sog. Spielordner (zunächst Priester, im Jesuitentheater Pädagogen) Regie-Aufgaben zu, indem er Arrangement, Szenenablauf und Sprachgestaltung überwachte. Das Barocktheater kannte Regie auf Grund hochentwickelter Bühnentechnik und stilbewußter Aufführungen in Form einer Spielleitung (der Position des heutigen Inspizienten vergleichbar).

Mit dem Aufkommen wandernder Schauspieltruppen übernahmen Prinzipale (Caroline Neuber, 1697-1760; Konrad Ekhof, 1720-78; Fr. Ludwig Schröder, 1744-1816), in der Regel erste Schauspieler, neben organisatorischen Aufgaben die künstlerische Leitung, beschränkt jedoch auf szenische Anordnungen und Stückauswahl; ihr Einfluß wirkte sich mehr auf Disziplin und Bildungsniveau der Darsteller aus.

Seit Etablierung fester Theater trat Regie als eigene Gestaltungsinstanz deutlich hervor. Den Anfang machte Goethe am Weimarer Hoftheater, gefolgt u.a. von Joseph Schreyvogel (1768-1832) und später Heinrich Laube (1806-84) in Wien, Ernst August Klingemann (1777-1831) in Braunschweig, Karl L. Immermann (1796-1840) in Düsseldorf, Eduard Devrient (1801-77) in Karlsruhe, Franz von Dingelstedt (1814-81) in München, Weimar und Wien. In diesen frühen, eher dramaturgischen Regie-Versuchen zeichneten sich Ansätze zu intensiver Probenarbeit und einheitlicher Spielführung ab. Als erster verantwortlicher Regisseur nach heutigen Maßstäben gilt Georg II. von Meiningen (1826-1914), der die Aufführung eines Stücks von der Bearbeitung über technische Proben bis hin zur schauspielerischen Gestaltung leitete, zudem die Entwicklung und Ausbildung des Ensembles (siehe auch Meininger) vorantrieb. Nach seinem Vorbild setzte sich Regie auf der Bühne mit Hilfe naturgetreuer Wiedergabe von Wirklichkeit durch. Neue techn. Möglichkeiten und die für den Naturalismus notwendige analytische Durchdringung der Rollen samt Textdeutung, auch die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis verliehen der Regie seit etwa 1900 zusätzliche Bedeutung. In Frankreich schloß sich André Antoine (1858-1943) mit seinem Théâtre-Libre dem Regie-Stil der Meininger an. Konstantin S. Stanislawski (1863-1938) verfeinerte am Moskauer Künstlertheater den naturalistischen Regie-Ansatz und erreichte einen bis dahin ungekannten Grad an illusionistischer Perfektion: Äußere und innere Vorgänge der Darstellung wurden bei der Suche nach Natürlichkeit und Wahrhaftigkeit der Empfindung in Einklang gebracht, jegliche Theaterwirkung vermieden, zudem das Ensemblespiel hervorgehoben. Damit wurde der Regie eine weitere wichtige Aufgabe zugewiesen. Mit Otto Brahm (1856-1912), der nicht R. führte, sondern die Schauspieler durch Beratung und Kritik beeinflußte, vollzog sich in Deutschland zunächst an der Freien Bühne, später am Dt. Theater Berlin die Entwicklung zur naturalistischen Inszenierungstechnik, die bald an ihre Grenzen stieß. Die Überwindung des Naturalismus kündigte sich in den Inszenierungen Max Reinhardts (1873-1943) durch übersteigert realistisches Spiel und effektvolle Bühnenbilder an. Tendenzen zu individueller Regie-Führung, getragen von Phantasie und schöpferischer Kraft, waren offensichtlich. R. war zum Instrument geworden, mit dem die Ausarbeitung individueller Zielsetzungen gelang. Die Auflösung des illusionistischen Theaters begann mit dem Expressionismus (siehe auch Expressionistisches Theater), der die R. in formaler, stilistischer Hinsicht bereicherte, zugleich ihre Position als Ziel und Form bestimmendes, zentrales Moment der theatralischen Aktion stärkte. Leopold Jessner (1878-1945) suchte für klassische Dramen nach neuen, schlichten Ausdrucksformen, um sich der Stückidee anzunähern. Jacques Copeau (1879-1949) wollte auf dem Wege größtmöglicher Einfachheit in szenischer Gestaltung bis zum Kern der Dichtung vordringen. Freien Umgang mit der literarischen Textvorlage übten die sowj. Revolutionsregisseure: Wsewolod E. Meyerhold (1874-1942) führte das filmische Montageprinzip für seine Aufführungen ein und ordnete die schauspielerischen Auftritte einem festen Regie-Konzept unter, das sich an dem Sinnbild des techn. Zeitalters orientierte; Alexander I. Tairow (1885-1950) und Jewgeni B. Wachtangow (1883-1922) gaben dem Schauspiel seine freie Entfaltung zurück und behaupteten Theater als Kontrast zur Wirklichkeit. Erwin Piscator (1893-1966) verdichtete Regie unter Hinzunahme aufwendiger Bühnenmaschinerie und dokumentarischen Materials zur politisch-agitatorischen Aussage. Mit Bertolt Brechts (1898-1956) epischem Theater, das auf gesellschaftliche Erfahrungen antwortete, erreichte Regie durch demonstrierendes und aufklärendes Spiel auf der Bühne einen bes. Stellenwert. Die Abkehr von der Illusion und die Hinwendung zur Aktualität zog eine Reihe unterschiedlicher Entwicklungen nach sich, wie sie von Jürgen Fehling (1885-1968), Heinz Hilpert (1890-1967), Gustaf Gründgens (1899-1963), Erich Engel (1891-1966), Lothar Müthel (1896-1965), Hans Schweikart (1895-1975), Karl-Heinz Martin (1888-1948) u.a. aufgenommen und fortgeführt wurden bis hin zu einer kritisch einsetzenden, alle Stilrichtungen umfassenden Regie Durch Verwendung vielfältigster Elemente (Farbe, Licht, Geräusch, Musik, Tanz, Pantomime) öffneten sich der Regie neue, keinem Stil mehr verpflichtete Interpretations-, Formungs- und Darstellungstechniken, die sich produktiv vor allem an best. Ensembles auswirkten (Berliner Ensemble, Piccolo teatro, Schaubühne am Halleschen Ufer/Lehniner Platz, Théâtre du Soleil, Taganka Theater). Regie war und ist damit an die Leistung und formale Entscheidung des Regisseurs bzw. Regie-Teams gebunden (zunächst B. Barlog, O. F. Schuh, L. Lindtberg, F. Kortner, K.-H. Stroux; gegenwärtig R. Noelte, P. Palitzsch, P. Zadek, K. M. Grüber, P. Stein, C. Peymann, L. Bondy u.a.m.).

Die Abwehr tradierter Form- und Wertvorstellungen stand im Zuge politischer Aufbruchsstimmung aus den 60er Jahren am Anfang der neueren Regie-Entwicklung, die sich mit dem Zerfall der Protestbewegung in viele Facetten, in subjektive Sehweisen zerlegte. Diese Auflösung verbindlicher Interpretations- und Darstellungsmuster birgt jedoch neben neuen Perspektiven und Einsichten die Gefahr hektischer Neuerungsversuche und kurzlebiger Modetrends in sich. zurück

 

 

Dirigent   (engl. - music director, conductor;   franz .- chef d´orchestre;  ital. - directore de orchesta )

Musikalischer Leiter einer Opernaufführung und der entscheidende musikalische Interpret des Komponisten und seines zur Aufführung gelangenden Werkes. Er hat seinen Platz am Dirigentenpult im Orchestergraben, von wo aus er auch die gesamte Bühne überblicken kann, um das Zusammenspiel von Sängerensemble, Chor und Orchester zu gewährleisten. Den Beruf des Dirigenten (alte deutsche Bezeichnung: Kapellmeister) gibt es etwa seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, erste bedeutende Dirigenten waren Komponisten wie Weber, Verdi und Wagner. Mitte des 19. Jahrhunderts löste sich die Personalunion auf und es setzte die Spezialisierung ein, aus der heraus sich der Stardirigent unserer Zeit entwickelte, der zu den angesehensten Persönlichkeiten des heutigen Kulturlebens gehört.  zurück

 

 

Dramaturg

(Griech. dramaturgein – ein Drama verfassen). Urspr. Autor und Aufführungsleiter von Dramen; seit Lessings Hamburgischer Dramaturgie vollzog sich allmählich die Entwicklung zum literarisch-künstlerischen Berater und Mitarbeiter der Theaterleitung. – Das Tätigkeitsfeld des D. ist heute vielseitig, jedoch unscharf konturiert, zumal die Schwerpunkte in einzelnen Theatern unterschiedlich gewichtet sind. Zu den wesentlichen Aufgaben gehören – in Absprache mit der Bühnenleitung –: Lektüre und Auswahl von geeigneten Stücken, Gestaltung des Spielplans, Suche nach Regisseuren, Beschaffung, Bearbeitung und Übersetzung der Texte, Sichtung von Neuerscheinungen; in Zusammenarbeit mit dem Regisseur bei Aufführungsvorbereitungen (Produktionsdramaturgie): Erstellung der Spielfassung, Beratung bei Rollenbesetzungen, Auswahl von Hintergrundmaterial, Textanalyse, Vorschläge für Stückrealisation, Teilnahme an Proben, Redaktion des Programmheftes, Weitergabe von Informationen an die Presse und andere Medien; ferner: Vertretung des Theaters nach außen durch Öffentlichkeitsarbeit (Vorträge, Publikationen, Diskussionen, Matineen u.ä.); rechtliche und terminliche Verhandlungen mit Bühnenverlagen; Gespräche mit Autoren, Autorenförderung.

Die Forderung nach dramaturgischer Mitarbeit wurde erstmals von Johann Elias Schlegel (1719–49) formuliert (Schreiben von Errichtung eines Theaters in Kopenhagen, 1747). Gotthold Ephraim Lessing (1729–81) dagegen benannte in der Hamburgischen Dramaturgie nicht nur die Funktion eines D., sondern übte dieses Amt in seiner Tätigkeit als Theaterdichter und Kritiker des Hamburger Nationaltheaters aus. Die Beschäftigung mit dramatischer Literatur und ästhetischen Theorien, der Entwurf eines an den Bedürfnissen der Gegenwart orientierten Spielplans sowie die Reflexion über die Bedeutung des Theaters standen im Zentrum seines Kompendiums angewandter Dramaturgie. Dramaturgische Arbeit fiel ansonsten in den Bereich der Regie, Theaterleitung und -dichtung; beschränkte sich auf Gestaltung des Spielplans, der neben dem Verfassen eigener Stücke durch Bearbeitungen, Einrichtungen und Übersetzungen erweitert wurde: Joseph Schreyvogel (1768–1832) nahm großen Einfluß auf das Repertoire und setzte Shakespeare, die Weimarer Klassik sowie Calderón am Wiener Hoftheater durch; der als D. ans Dresdener Hoftheater berufene Ludwig Tieck (1773–1853) bemühte sich um einen literarisch anspruchsvollen Spielplan und verfaßte richtungsweisende dramaturgische Schriften; Tiecks Nachfolger Karl F. Gutzkow (1811–78) verlagerte das Aufführungsangebot vom Schauspiel auf das Konversationsstück; Karl L. Immermann (1796–1840), Autor und Theaterleiter, hob die Bedeutung der Dramaturgie für seine Inszenierungen am Düsseldorfer Schauspielhaus hervor und schuf, angelehnt an Goethes Weimarer Theateraufführungen, mustergültige dramaturgische Bearbeitungen; der Theaterleiter und Regisseur Heinrich Laube (1806–84) schätzte das Lustspiel als Folie für das Drama des hohen Stils und trat für zeitgenössische Dramatik ein; Franz von Dingelstedt (1814–81) blieb in seinem Wirken als D. am Stuttgarter Hoftheater einflußlos. Otto Brahm (1856–1912) arbeitete neben seiner Theaterleitung als Regisseur weitgehend dramaturgisch durch überlegte Spielplan- und Ensemblebildung sowie Diskussion mit Schauspielern und Kritik nach den Proben. Im Zuge der Regieentwicklung nimmt das Berufsbild des D. zu Beginn des 20. Jh. eigene Gestalt an; seine Stellung gilt in dt. Staats- und Stadttheatern als selbstverständlich. Das Düsseldorfer Schauspielhaus unter Leitung von Luise Dumont (1862–1932) beschäftigte Autoren als D. (Paul Ernst, Herbert Eulenberg, Wilhelm Schmidtbonn, Albrecht Schaeffer u.a.), die die Zeitschrift Die Masken in Form eines Programmhefts herausgaben und literarische Matineen als feste Veranstaltungen einrichteten. Max Reinhardt (1873–1943) engagierte D. (Arthur Kahane, Felix Hollaender) in erster Linie für Öffentlichkeitsarbeit. Kleinere Theater verfügten über einen mit Disposition befaßten D. (Künstlerisches Betriebsbüro). Mit Bertolt Brechts (1898–1956) Arbeit am Berliner Ensemble wurde durch Einbeziehung der Reflexion über Theater und Gesellschaft in den theatralischen Produktionsprozeß die Grundlage für die sich Ende der 60er Jahre in der BRD entfaltende Produktionsdramaturgie gelegt, damit ein neuer Maßstab für die Position des D. gesetzt: projektbezogene Arbeit durch Beteiligung am Entstehungsprozeß der Inszenierung, d.h. zusammen mit Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner sowie Ensemble wurde ein Stück vorbereitet und zur Aufführung gebracht. Inhaltlich erfüllt wurde die Funktion des Produktions-D. erstmals an der Schaubühne am Halleschen Ufer durch den Kritiker und späteren Autor Botho Strauß (*1944), der die Regiearbeit Peter Steins (*1937) maßgeblich beeinflußte. Diesem Beispiel folgten in den 70er Jahren die großen deutschsprachigen Theater; begleitende Stückdramaturgie gilt seitdem allgemeinhin als üblich. Daneben weitete sich der Planungssektor auf Grund höherer Komplexität von künstlerischen, personellen und dispositionellen Entscheidungen aus. Speziell eingerichtete Positionen für Öffentlichkeitsarbeit mit dem Schwerpunkt auf Publikumswerbung sind daher zur Regel geworden (siehe auch Ballettdramaturg).   zurück

 

 

Ensemble      (engl. - company;   franz .- troupe. compagnie;   ital. - compagnia )

Gesamtheit aller bei einem Theater oder einer Truppe engagierten Schauspieler, die eine künstlerische Gemeinschaft bilden, d. h., die nicht zufällig, sondern im Sinne bestimmter Stil- und Kunstprinzipien zusammenarbeiten. Berühmte Beispiele: Berliner Ensemble; Moskauer Künstlertheater (MChAT) unter Stanislawski. zurück

 

 

Chor      (engl. - choir;   franz. - choeur;  ital. - coro )

Künstlerische Gruppe (Kollektiv) von außerordentlicher Bedeutung für Aufführungen von Oper, Operette und Musical. Es gibt nur ganz wenige musikalische Bühnenwerke ohne Chor. Schon in der antiken Tragödie war er von größter Wichtigkeit und er gehörte von Anfang an zur Oper. Der Chor eines Theaters besteht aus meist gleich vielen Damen und Herren. Sie sind fest engagierte und vollwertige BerufssängerInnen, die eine mehrjährige Ausbildung an Hochschulen absolviert haben. Leiter des Theaterchores ist der Chordirektor, der zumindest an kleineren bis mittleren Häusern auch als Dirigent tätig ist. Seine Chorproben hält der Hauschor zunächst allein im Chorsaal ab und wird dann in die szenischen Proben integriert. zurück

 

 

Chordirektor

Künstlerischer Leiter des Theaterchores, der diesen musikalisch einstudiert, die Chorproben leitet und bei den szenischen Chorproben anwesend ist, Bühnendienst versieht (bei Chören hinter der Szene) und die Chorleistungen auch während der Vorstellungen überprüft. Er hat in der Regel ein mehrjähriges Musikstudium abgeschlossen, muß ein guter Klavierspieler sein, viel von Stimmen verstehen und über profunde Repertoirekenntnisse verfügen. Er zählt zu den wichtigsten musikalischen Vorständen und kann je nach Eignung und Interesse auch als Dirigent eingesetzt werden.      zurück

 

 

Bühnenbild     (engl. - scenery;   franz. - decors;  ital. - scenografia )

Unter Bühnenbild wird verstanden, was auf der Bühne den Handlungsrahmen durch Ausdrucksmittel der bildenden Künste und der Beleuchtung gestaltet (Bühne, Bühnenbildelemente, Bühnentechnik, Szenographie, Theaterbau). Schon die Grundbedeutung des Begriffs B. (Malerei, Ornament, Dekoration) deutet auf die mimetische und plastische Konzeption der bühnenbildnerischen Intention hin. Im naiven Bewußtsein ist das B. Hintergrundgemälde, meist perspektivisch und illusioniert, das den szenischen Raum auf ein bestimmtes Milieu fixiert. Diese Auffassung entspricht allerdings nur der Ästhetik des Naturalismus (siehe auch Naturalistisches Theater) und stellt eine künstlerische Verengung dar. Daher die Versuche der Forschung, über den Begriff des B. hinauszugehen, zugunsten z.B. von Termini wie Szenographie. Das B. von heute soll nützlich, wirksam, funktional sein: Werkzeug mehr als Bild, Instrument, nicht Ornament.

Das Beibehalten der Bezeichnung und der Praxis des B. kommt nicht von ungefähr. Die Inszenierung hat sich lange auf Visualisierung und Illustrierung des Textes beschränkt in der Annahme, es obliege ihr, das, was im Text nur angedeutet ist, in die Anschauung zu übersetzen. Zola betont in diesem Sinne, das B. sei nur 'ständige Beschreibung, die viel genauer und anschaulicher als die epische des Romans ist'. Und auch noch Copeau schreibt: "Symbolistisch oder realistisch, synthetisch oder anekdotisch, das B. bleibt ein Bild: Illustration."

Seit Beginn des 20. Jh. ist im Bereich der B.-Gestaltung eine deutliche Reaktion gegen diese Tradition erkennbar. Das B. löst sich von seiner mimetischen Funktion und wird zum inneren Antrieb des Gesamtschauspiels. Es gestaltet den gesamten szenischen Raum in seiner Dreidimensionalität, aber auch durch die leeren Stellen, die es bewußt freiläßt. Es wird beweglich, vermag sich auszudehnen (Bühnenbeleuchtung), fügt sich dem Spiel der Akteure, zwingt diese aber auch in spezifische Bewegungsrhythmen. Die Technik des Simultan-, des kontrapunktischen Spiels ist Anwendung der neuartigen szenographischen Prinzipien: Wahl einer Grundform oder eines Grundmaterials, Suche nach einer rhythmischen Tonart oder einem Strukturprinzip.

Die Ästhetik des "Armen Theaters" (Brook, Grotowski) und die Tendenz zur Abstraktion seit dem Expressionismus (siehe auch Expressionistisches Theater) und dem Konstruktivismus (siehe auch Konstruktivismus und Theater) führen den Regisseur manchmal dazu, das B. vollständig auszuklammern, da ja die Bühne, auch wenn sie leer bleibt, immerhin als 'ästhetisch entblößt' erscheint. Der Sinn liegt dann in der Leere, im Nicht-da-Seienden: Nicht-Vorhandensein eines Throns für den König, eines Orts für den Palast, eines genauen Raums für den Mythos. B. ist dann nur vorhanden als sprachlicher Kommentar, als Gestik, Mimik, Hinweis der Schauspieler (Rückkehr zur Bretterbühne des Volkstheaters und der Shakespeare-Zeit).

Bühnenmalerei gab es bereits im antiken Theater, bes. im klassischen griech., dann aber auch im hellenistischen und im römischen Theater. Wesentliche Elemente sind für diese Zeit die Proskenien, Drehprismen (Telari), Periakten und Pinakten; dazu das grundlegende Werk des Vitruv (88–26 v. Chr.), De architectura (10 Bde.), das die ital. Renaissance im Cinquecento neu entdeckte und verwertete (siehe auch Renaissancetheater). Nach der Periode des mittelalterlichen Theaters (siehe auch Drama und Theater des Mittelalters), das ein B. im engeren Sinne nicht kannte, hat das Rinascimento (Cinquecento) das neuzeitliche B. geschaffen, das bis ins 19. Jh. hinein vorherrschend und wegweisend bleiben sollte. Theoretiker, Architekten und Maler arbeiteten damals in Abhandlungen und Gestaltung die Grundprinzipien dieses modernen B. aus, vor allem die Darstellung der von der Raumanlage her fehlenden Raumtiefe durch das illusionistisch-perspektivistische B. Im Anschluß an Baldassare Peruzzi (1481–1536) und Sebastiano Serlio (1475–1554) und deren Theorie der Perspektive entstanden in Ferrara und Vicenza die ersten großen 'Winkelrahmen-Bühnen' mit je drei unveränderten B. für Tragödie, Komödie und Satyr-/Schäferspiel. In der Folge eroberte das B. durch die Drehbarkeit des Telari-Systems (1589), die mathematischen Grundlagen der Szenographie bei Guido Ubaldus (De Scenis, Pesaro 1600), die Maschinen- und Lichteffekte von Bernardo Buontalenti (1536–1609), Gian Lorenzo Bernini (1598–1680), Giacomo Torelli (1608–78), Jean-Nicolas Servandony (1695–1766) oder Nicola Sabbattini (dessen überlieferte Abhandlung Practica di fabricar szene e macchine ne' teatri, 1637–38, heute noch die Theaterleute fasziniert) den Tiefenraum. Die 'feste teattrali' von Buontalenti in der Toskana und Torelli in Venedig wurden in ganz Europa nachgeahmt, u.a. in England und Frankreich: wichtig war dabei das Kulissensystem (siehe auch Kulissenbühne) zur schnellen Verwandlung, die Zentralisierung der Bühnenkontrolle, die Virtuosität des Illusionismus, beschrieben und eingeführt in Deutschland durch den Ulmer Josef Furttenbach (1591–1667: Mannhafter Kunstspiegel, 1663). Höhepunkt des barocken B. dann bei der Familie Galli-Bibiena: Ferdinando Galli-Bibiena (1657–1743: La Prospettiva delle scene teatrali, 1731) führt auf der Bühne den schräg über Eck gestellten Raum ein, sein Sohn Giuseppe Galli-Bibiena (1696–1756) erweitert und vertieft die Effekte mit Hilfe polygonaler Raumsysteme. Das perspektivistische B. wird dann im Laufe des 19. Jh. durch die Übersteigerung des Illusionismus und falsche Augentäuschung ad absurdum geführt. Man griff z.T. auf die fast leere Bühne des Elisabethanischen Theaters zurück oder bekannte sich mit den Regisseuren des Naturalismus, Antoine (1858–1943), Otto Brahm (1856–1912) oder K. S. Stanislawski (1863–1938) in seiner ersten Schaffensphase zur getreuen Wirklichkeitskopie.

Die zweite große Phase der B.-Entwicklung nach der ital. Illusionsbühne setzt ein nach der Jahrhundertwende (Theaterreform, Stilbühne) dank der großen Reformer Adolphe Appia (1862–1928) und Edward Gordon Craig (1872–1966) sowie dem Wiener Alfred Roller (1864–1935). Gewiß waren techn. Neuerungen wie die Einführung der Stahlkonstruktion, der Drehbühne, der Versenkung, des Rundhorizonts oder der elektrischen Bühnenbeleuchtung von großer Bedeutung; wesentlich aber war vor allem die Erkenntnis von der Einheit und Ganzheitlichkeit der Inszenierung als eigenwertigem Kunstwerk. A. Appia (Die Musik und die Inszenierung, 1899) schreibt: "Der Traum, dieser kostbare Zeuge, gibt uns mehr Aufschluß über die wesentlichen Wünsche unserer Persönlichkeit, als es die genaueste und feinste Analyse imstande wäre." In Appias szenischem Anti-Illusionismus verhelfen Beleuchtung, Musik, massive, aber doch bewegliche Bauelemente wie Treppen, Podien, Pfeiler etc. zur Realisierung einer synthetischen Bühnenatmosphäre. Der Engländer G. Craig teilt diesen Glauben an die Autonomie und dynamische Synthese des B. in der Szenographie: Die Bedeutung der Geste, des Worts, des Rhythmus, der Linien und Farben verdichtet sich hier zu höchster Stilisierung (Über-Marionette): "Mit seinen Screens, beweglichen Schirmen oder Tafeln als Teilen einer dadurch veränderten Dekoration, greift er auf barocke Szenenpraktiken zurück. Sein Ein-Mann-Theater hat eine Tendenz zum Puppenstil großen Stils, zur Ausklammerung der schauspielerischen Individualität, die ihm als naturalistische Zufälligkeit erscheint" (Rischbieter).

Nach dieser Eröffnung am Beginn des Jh. folgen unter dem Einfluß Appias und Craigs die vielfältigsten Experimente und Stile, insbesondere die Vorherrschaft der -ismen: die Stilbühne des Symbolistischen Theaters; das theatralische Theater eines Jacques Copeau (1879–1949) mit seiner Sehnsucht nach der Schlichtheit der nackten Bretter; die Bühnenabstraktionen des Futurismus, des Konstruktivismus und des Expressionismus mit seinen Groteskbildern und der expressiven Raumdynamik (Ludwig Sievert 1887–1968, Ernst Stern 1876–1954, Emil Pirchan 1884–1957), kulminierend in den diversen Konstruktionen der 'Stufenbühne' Leopold Jessners (1878–1945).

Bedeutsam für das moderne Theater sind zwei Orientierungen:

a) das 'Maler-Theater': Initiativen Diaghilews ('Laßt die Maler tun, sie wissen, was sie wollen') an den Ballets Russes und Ballets Suédois, die zu den Bühnenarbeiten von Picasso, Léger, Matisse, Miró, Braque, Dalí oder Sonia Delaunay führten; die Theaterexperimente von Wassily Kandinsky (Über die abstrakte Bühnensynthese, 1927, Theater als "Summe der abstrakten Klänge: 1. der Malerei – Farbe, 2. der Musik – Klang, 3. des Tanzes: Bewegung im gemeinsamen Klange der architektonischen Gestaltung"), von Piet Mondrian und von Marc Chagall für das Jiddische Theater, schließlich die Experimente der Bauhausbühne (Lothar Schreyer, Oskar Schlemmer);

b) die Erneuerung des realistischen B. bei Piscator (1893–1966) und den Bühnenbildnern Brechts, Caspar Neher (1897–1962), Teo Otto (1904–68) und Karl von Appen (*1900): Abkehr vom Dekorativen, Zweckhaftigkeit der Spielgerüste, Filmprojektion, Dokumentarmontage. Alle Theatermittel stehen im Dienst eines kritischen Realismus.

Zwischen Abstraktion und Realismus, Ausstellungsfülle und Armut neigt die heutige B.-Gestaltung im Rahmen der Szenographie zur Kooperation innerhalb einer Gesamtkonzeption, totaler Schöpfungsakt oder wechselseitige Verfremdung. Immer mehr entwickeln sich Formen enger Zusammenarbeit eines Bühnenbildners mit einem Regisseur: Roger Allio/Roger Planchon, Georges Aillaud/K. M. Grüber, K.-G. Herrmann/Peter Stein, Wilfried Minks/Peter Zadek, Josef Svoboda/Otomar Krejca, Tadeusz Kantor/Jerzy Grotowski, Léon Gischia/Jean Vilar u.a. Die Zeit der großen Gesamtkonzeptionen und Einzelreformen ist vorbei; es geht um den je spezifisch definierten Gebrauch der Ausdrucksmittel, vor allem im Rahmen vielseitigster Kommunikation von Bühne und Publikum.

Eine Grundtendenz gegenwärtiger B.-Gestaltung ist die Neigung zum Bildhaften. Das Bild ist Ausdruck und Begriff in eins geworden und steht so in Opposition zu Text, Fabel oder Handlung. Weil das Theater den visuellen Charakter der Aufführung wieder ganz zurückgenommen hat, versteht es sich oft ganz als Folge von szenischen Bildern und behandelt Sprach- und Handlungsmaterialien wie Bilder. Dies gilt insbesondere für die Aufführungen von R. Wilson (Theatre of Images), M. Kirby, R. Foreman, C. Régy, D. Demarcy und R. Planchon.

Die Inszenierung ist immer eine Ins-Bild-Setzung, aber sie ist mehr oder weniger bilderreich und 'einfallsreich': Das Thema der Bühnenrede, die dargestellte Welt werden in Bilderfolgen vorgetragen, mehr oder weniger nah an der Wirklichkeit, von der der Text spricht oder die er suggeriert. Die Nähe der Bühne zur Landschaft oder zum Gedankenbild ist jetzt viel größer, so als ginge es darum, die Nachahmung einer Sache oder ihre Versinnbildlichung zu überwinden. Nach Spielmaschine und Bild ist es nun die 'Traummaschine', wie A. Pierron feststellt: "Es ist an der Zeit, daß das Bühnenbild sich entintellektualisiert. Die weiße Fläche des abstrakten B. bietet in ihrer Schlichtheit oder ihrem Hermetismus die beste Entgiftungskur von einer zu sehr von Illustration und Zeichen befangenen Szenographie." Diese Suche nach der entmaterialisierten Dimension des Bildes erneuert die Bedeutung des dramatischen Texts; dieser bietet sich durch seine Verbildlichung auf der Bühne zum Wiederlesen auf neue Art und Weise an. Das Bild bleibt trotz seiner Absicht, die Linearität und Logik des Texts zu brechen, eine Konstruktion der Theatermaschinerie und besitzt seine eigene Ordnung.  zurück

 

 

Kostümbild

Der Kostümbildner entwirft in Absprache mit dem Bühnenbildner und dem Regisseur Kleidung und Zubehör für die Darsteller bei Bühne, Film und Fernsehen. Er ordnet sich dabei in das Konzept der Inszenierung ein. In der Regel enthält jede Entwurfsskizze des K. (Figurine) Angaben über Farbe, Schnitt, Material und Dekor; sie muß dem Gewandmeister Vorstellung und Idee des K. klar vermitteln. Die Wurzeln des Berufs sind verzweigt und vielfältig. So haben im Laufe der Geschichte Dichter, Maler, Architekten, Schneider, Fürsten, Schauspieler, Bühnenbildner und Regisseure die Kostümgestaltung zwischen traditionellem und revolutionärem Geist beeinflußt. Eine eigenständige Ausbildung zum Kostuembildner hat sich erst in diesem Jh. herausgebildet. Sie umfaßt heute – mit unterschiedlicher Gewichtung an den einzelnen Schulen – einen theoretisch-wissenschaftlichen Teil (Dramaturgie, Kultur-, Theater-, Kostümgeschichte, Psychologie, Soziologie, Farb-, Material-, Schnittkunde); einen künstlerisch-gestalterischen Teil (Zeichnen, Malen, Modellieren, Darstellungstechniken, Fotografie, Lichtdesign); einen techn.-praktischen Teil (Entwurfsumsetzung, Modellbau).   zurück

 

 

Kostüm    (engl. - costume;   franz. - costume;  ital. - costume )

Bühnenbekleidung für die Darsteller in einer Theateraufführung: Historisches Kostüm, Fantasie- und Tierkostüm sowie Alltagskleidung in modernen Stücken/Inszenierungen. Das Kostüm kann einfach bis opulent sein und wird aus vorhandenen alten Kostümen oder neu gekauften Stoffen sowie aus sonstigen Materialien in den theatereigenen Kostümwerkstätten (Schneiderei) hergestellt. Als  Vorlage zur Anfertigung der Kostüme dienen die vom Kostümbildner entworfenen Kostümfigurinen unter Angaben zum Charakter des Kostüms, zur Stoffart, zur Farbe, zu den Applikationen (aufgenähte Verzierungen) sowie zum Bühnenschmuck, zur Kopfbedeckung und zum Schuhwerk.   zurück

 

Betriebsbüro

Das Künstlerische Betriebsbüro (KBB) ist die wichtigste Schaltzentrale im Theater für den täglichen Betrieb. Zu ihren hauptsächlichen Aufgaben zählen der Betriebsbüroleiter und Disponent (oft ein Mitarbeiter in Personalunion) die Disposition des von der Theaterleitung entwickelten Spielplans für die gesamte Spielzeit, die Einteilung der einzelnen Aufführungen für die Abonnements und den freien Verkauf, die Gliederung des gesamten Probenprozesses für eine Inszenierung in Absprache mit den dafür verantwortlichen künstlerischen Leitern, Erstellung des Tagesarbeitsplanes (Probenplanes) für jeden einzelnen Wochentag, Engagements von Tagesgästen wegen plötzlicher Erkrankung(en) im Ensemble. Dafür legt der Disponent ein Dispositionsbuch an, in die alle Proben und Änderungen eingeschrieben werden, die dann auf dem täglichen Arbeitsplan erscheinen und durch Aushang im Theater bekannt gegeben werden.   zurück

 

 

Inspizient         (engl. - stage manager;   franz. - regisseur de scene, directeur de scene;  ital. - direttore di scena )

Verantwortlicher Leiter einer Vorstellung, der für den reibungslosen Ablauf Sorge trägt. Mittels Mikrophondurchsagen und Lichtzeichen gibt er die auf den Schlussproben festgelegten Einsätze für Bühnen-, Beleuchtungs- und Tontechnik und ruft die Darsteller zu ihren Auftritten ein. Außerdem sorgt er für Ruhe im unmittelbaren Bühnenbereich. Alle Zeichen, die er während einer Vorstellung geben muß hat er genau an den vereinbarten Stellen in seinem Textbuch eingetragen (Oft 100 - 200 Lichtzeichen für: Lichtwechsel, Bühnen- und Toneinsätze). Sein Platz ist das Inspizientenpult, das sich, für den Zuschauer unsichtbar, hinter einem der Portaltürme in unmittelbarer Nähe der Bühne befindet, die er von dort einsehen kann, unterstützt von zusätzlich angebrachten Bildschirmen. Mit der Mikrophonanlage hat er Kontakt zu allen Mitwirkenden, da die Durchsprechanlage alle Räume des Theaters erreicht.

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Gewandmeister

Der Gewandmeister ist für die sach-, termin- und kostengerechte Fertigung der vom Kostümbildner entworfenen Ausstattung verantwortlich. Ihm unterliegt die Erhaltung und Verwahrung des Kostümfundus und – bei wechselndem Spielplan – die Bereitstellung der Kostüme für die jeweilige Aufführung. An kleineren Bühnen übernimmt der G. auch die Aufgaben des Kostümbildners. An den großen Institutionen wird unterhalb der Kostümdirektion das Arbeitsgebiet des G. meist in Männerkostüm, Frauenkostüm, Fundus aufgeteilt.   zurück

 

 

Bühnentechnik

Die Buehnentechnik umfaßt alle Anlagen und Geräte auf der Bühne, die zur technischen Durchführung einer Vorstellung dienen. Es sind dies vor allem die Bühnenmaschinerie, die Bühnenbeleuchtung, die Effektgeräte und die Sicherheitsanlagen. Bühnenmaschinen sind Geräte der Transporttechnik, die durch Anheben, Versenken, Drehen und Schieben den Aufbau bzw. die Veränderung eines Bühnenbilds ermöglichen. Die technische Verwandlung erfolgt entweder traditionell bei geschlossenem Spielvorhang (siehe auch Vorhang) oder für den Zuschauer sichtbar in der Form einer offenen Verwandlung als Teil der Inszenierung. Die Art und der Grad der Ausstattung eines modernen Theaters mit bühnentechnischen Anlagen hängt davon ab, für welche Theatersparte (Oper, Operette, Ballett, Schauspiel) das Haus konzipiert ist, ob abendlich wechselnde Vorstellungen (Repertoirebetrieb) oder Wiederholungsvorstellungen (En suite-Betrieb) geplant sind, welche Raumbedingungen durch die Bausubstanz gegeben sind und welche finanziellen Mittel zur Erstausstattung und zum Betrieb bereitstehen. Die Zahl der Theaterbauvarianten reicht aus den genannten Bedingungen vom monofunktionalen Opernhaus bis zum zahlenmäßig überwiegenden Typ des Mehrspartentheaters (siehe auch Theaterbau). Die entsprechenden bühnentechnischen Systeme unterscheiden sich im Aufwand und besonders in der Bewegungsrichtung der Verwandlungsart (Drehen, Heben, Schieben, Neigen).

Das Gesamtsystem wird zwischen der Obermaschinerie für die hängenden Bühnenbildteile und der Untermaschinerie für die stehenden Dekorationsaufbauten getrennt. Die Obermaschinerie hat sich aus dem barocken Dekorationssystem der Kulissenbühne bzw. Gassenbühne entwickelt. Zum Absenken und Hochziehen von Prospekten und Vorhängen hat sich der Prospektzug als schnelles Verwandlungsmittel erhalten. Ein Prospektzug besteht aus einem parallel zur Rampe angeordneten Stahlrohr, das über mehrere Drahtseile und Umlenkrollen mit einem Gegengewicht ausgekontert ist und durch Menschenkraft bewegt werden kann. Der Luftraum über der Spielfläche (Bühnenturm) ist Magazin für hängende Dekorationsteile. Da die Ausstattung stetig gewichtiger geworden ist, setzen sich elektromotorisch oder hydraulisch angetriebene Maschinenzüge durch. Die Prospektzüge sind im Abstand von 25 bis 50 cm über die Spielfläche verteilt, der einzelne Zug hat eine Tragkraft von 250 bis 300 kg, Maschinenzüge bis 1000 kg. Das gesamte System nennt sich auch Schnürboden eines Theaters. Der Rollenboden ist ein begehbarer Zwischenboden im Bühnenturm, auf dem die Umlenkrollen der Züge montiert sind und von dem aus Spezialzüge herabgelassen werden können. Die Tendenz geht dahin, daß die von Hand bedienten Prospektzüge abgelöst werden von elektronisch vorprogrammierten und gesteuerten Elektrowinden, bei denen jedes einzelne Aufhängeseil von einem separaten Motor angetrieben wird (Punktzuganlage).

Teil der Obermaschinerie sind auch Aufhängevorrichtungen für Flugbewegungen der Darsteller (Flugwerk) und das Schienensystem für den die Spielfläche umfahrenden Rundhorizont aus Spezialleinen. An der Stahlkonstruktion des Bühnendachs hängen ferner die Portalanlage, bestehend aus der Beleuchterbrücke und den Beleuchtungstürmen, sowie die verschiedenen Vorhänge wie Schutz-, Spiel- und Schallvorhang. Während das System der Obermaschinerie in der Mehrzahl der Theater gleicher Art ist, unterscheiden sich die Systeme der Untermaschinerie je nach den örtlichen Bedingungen erheblich. Die Maschinen haben allgemein die Aufgabe, bisweilen mehrere Tonnen wiegende Bühnenaufbauten in den Verwandlungen zu bewegen, den Bühnenboden zu gliedern und Auftritte, Erscheinungen aus der Versenkung zu ermöglichen. Es werden nach Bewegungsrichtung folgende Systeme unterschieden: Hebebühne, Drehbühne und Schiebebühne.

Bei der Hebebühne ist der Bühnenboden in zwei bis drei Meter breite Abschnitte (Podien) parallel zur Rampe geteilt, die über die Bühnenebene hebbar und in die Unterbühne senkbar sind. Sie dienen der Staffelung des Bühnenbodens, der Herstellung der Auftritte von oben oder aus der Tiefe und der Verwandlung von Bühnenaufbauten. In Sonderform können sie auch die Form einer Schrägen bilden. Eine Versenkung ist ein kleiner Ausschnitt im Bühnenboden, der durch Wegschieben einer Holztafel für z.B. Personenerscheinungen geöffnet wird.

Der Boden des Orchestergrabens ist ebenfalls in Podien gegliedert, die es im Mehrspartentheater erlauben, die Spielfläche durch eine Vorbühne zu erweitern. Die in den Bühnenboden eingelassene Drehbühne oder aufgelegte Drehscheibe ermöglicht zwei verschiedene Bühnenbild- und Verwandlungsformen. Einmal werden die Bilder in Segmenten auf der Kreisfläche nebeneinander aufgestellt und im Ablauf des Stücks vor die Portalöffnung gedreht. Im anderen Fall wird die Drehbühne als szenisches Mittel in der Form genutzt, daß das Bühnenbild als begehbare Vollplastik sichtbar für den Zuschauer verschiedene Positionen im Verlauf des Stücks einnimmt. Die einfachste Verwendung ist beim Gehen des Darstellers auf der Stelle gegeben. Die Drehbühne wurde 1896 erstmalig im Münchner Residenztheater durch Karl Lautenschläger eingesetzt. Eine Verfeinerung der Verwendungsmöglichkeiten erfolgt durch den zusätzlichen Einbau von Hubpodien, Versenkungen oder der Teilung der Drehbühne in mehrere gegenläufig fahrbare Ringe. Die Durchmesser reichen von ca. 9 bis 38 Meter (Schauspielhaus Frankfurt). Die Drehbühne findet dort ihren Einsatz, wo aus Platzgründen das System der Schiebebühne nicht realisiert werden kann.

Im modernen Theaterbau wird in der Regel die zentrale Bühnenfläche um Seiten- und Hinterbühne ergänzt. Aus diesen Nebenbühnen fahren Wagen, auf denen Teile oder das ganze Szenenbild vormontiert sind, vor die Portalöffnung. Der Hinterbühnenwagen ist häufig mit einer eingelassenen Drehscheibe versehen. Er wird nach Bedarf dieser Verwandlungsmöglichkeit nach vorn gefahren.

Die bühnentechnische Ausstattung eines modernen Guckkasten-Repertoiretheaters besteht aus der Kombination einer Schiebebühne mit ein bis drei Bühnenwagen mit eingelassener Drehscheibe und mehreren Hubpodien im Spielflächenbereich. Die Unterkonstruktion der Bühnenmaschinerie ist aus Stahl gefertigt, der mit dauerhaften Holzbohlen (kanadische Kiefer) belegt ist. Die Antriebe sind elektromotorischer oder hydraulischer Art, die Bewegungen werden über Spindeln, Triebstöcke, hydraulische Zylinder, Seile und Ketten übertragen.

Die technische Ausstattung der Fabrik- und Mehrzweckhallen (z.B. Kampnagel, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin) als alternative Spielstätten haben aus konzeptionellen und finanziellen Gründen einen anderen technischen Schwerpunkt. Es wird für das jeweilige Theaterstück der besondere szenische Gesamtraum entwickelt. Der Spielraum und die Anordnung der Zuschauer verändert sich ständig. So liegt das Hauptgewicht der Technik in Systemen für mobile Zuschauertribünen und -podien, Gerüste für Bühnenaufbauten und einfache Aufhängevorrichtungen für Prospekte, Vorhänge und Beleuchtungskörper. Die Bilder eines Stückverlaufs werden seltener vor den Augen der Zuschauer bewegt, der Zuschauer selbst wird mobil und durchschreitet im Stückverlauf Environments. In anderen Konzepten wird der Gesamtraum zum Bild-Grund-Raum, der in sich durch geringe Veränderungen alle Spielorte simultan trägt. Die Gestaltungsmittel des Lichts haben in dieser Theaterform eine noch größere Bedeutung.

Die Hersteller bühnentechnischer Geräte sind mittlere und große Maschinenbaufirmen der Fördertechnik. Bühnenmaschinerie ist kein Serienprodukt, sondern in jedem Fall eine kostspielige Einzelanfertigung. Der Anteil der Bühnentechnik bei den Neubaukosten eines Theaters liegt bei 10 bis 30 Prozent. Bei den laufenden Kosten geht man davon aus, daß eine hinreichende technische Ausstattung die hohen Lohnkosten des technischen Personals einzusparen hilft.    zurück

 

 

Beleuchtungsmeister   (engl. - lighting director;    franz. - chef eclairagiste;  ital. - direttore delle luci )

Er ist verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Beleuchtung und für den einwandfreien Zustand der Beleuchtungskörper (Scheinwerfer, Lampen, elektrische Geräte etc.) für die Aufführungen, die er betreut. Außerdem trägt er die Verantwortung für die fehlerfreie Erstellung des Beleuchtungs-Planes einer Inszenierung, deren einzelne Lichtstände in den Plan eingetragen und im Beleuchtungs-Stellwerk gespeichert werden. Beleuchtungsmeister sind ausgebildete Elektriker; wer Meister werden will, muß sich einer zusätzlichen Ausbildung mit abschließender Meisterprüfung unterziehen.   zurück

 

 

Beleuchtungsanlage

Elektrotechnische Anlage in einem Theater, mit der die Dekorationen und damit das Bühnengeschehen insgesamt bei einer Aufführung beleuchtet wird. Zu ihr gehören einerseits die verschiedenen Scheinwerfer, andererseits das Stellwerk. Die Scheinwerfer sind teilweise im Zuschauerraum (Seiten, Ränge, Logen, Kuppel) eingebaut, zum größten Teil befinden sie sich jedoch innerhalb des Bühnenraumes und damit für den Zuschauer nicht sichtbar: in den beiden Portaltürmen, auf der Portalbrücke (auch Beleuchterbrücke genannt), an den Seitenbühnen, an der Galerie (Umlauf einige Meter über dem Bühnenboden), auf beweglichen Stativen in den Seitengassen der Bühne sowie auf der Hinterbühne, wobei sich die dafür benötigten Netzanschlüsse im Bühnenboden außerhalb der Spielfläche befinden. Dazu kommen Verfolger (im oberen Hintergrund des Zuschauerraumes) sowie Dia- und Filmprojektoren. Die Einrichtung der Beleuchtung wird von Regisseur, Bühnenbildner und Beleuchtungsmeister auf der Beleuchtungsprobe vorgenommen und in einem Beleuchtungsplan festgehalten. Danach können die gleichen Lichteffekte für jede Vorstellung der gleichen Inszenierung eines Werkes abgerufen werden. Schaltstelle für die gesamte Anlage ist die Beleuchterloge, die sich im Hintergrund des Zuschauerraumes befindet und von der aus man die ganze Bühne einsehen kann. Sie verfügt heute praktisch überall über ein computergesteuertes Stellwerk. In dieses ist der gesamte Ablauf der Beleuchtung einprogrammiert. Anzahl der Lichtstände, diese selbst mit genauer Auflistung der einzelnen Scheinwerfer für Spiellicht und Dekorationslicht einschließlich der jeweiligen Helligkeitsgrade. Die Beleuchtung erfüllt dramaturgische Funktionen, hat künstlerische Qualitäten (man spricht heute auch von Lichtregie) und trägt ganz entscheidend zur optischen Wirkung einer Aufführung bei. Die Mitglieder der Beleuchtungsabteilung (Leiter der Abteilung, Beleuchtungsmeister, Beleuchter) zählen zum technischen Personal eines Theaters.    zurück

 

 

Tontechnik

Tontechniker    (engl. - audio man;   franz. - technicien son;  ital. - tecnico del suono )

Im modernen Theaterapparat immer wichtiger gewordene Abteilung, die für die akustische Übertragung von auf Tonträgern aufgenommener Musik, Sprache und Geräusche zuständig ist und diese an den festgelegten Stellen der Aufführung über die Beschallungsanlage einspielt. Dazu gehört weiter die elektroakustische Verstärkung von Instrumenten (z.B. des Cembalos) sowie die der Bühne durch Mikrophone und Lautsprecher. Besonderen Anteil hat die Tontechnik eines Theaters an der Aufführung eines modernen Rockmusicals, wofür eine besonders umfangreiche Beschallungsanlage vonnöten ist (u.a. mit einem komplizierten Tonmischpult und Mikroports). Leiter der tontechnische Abteilung ist der Tonmeister, dessen Arbeitsplatz während der Vorstellung die mit allen notwendigen technischen Geräten ausgestattete Tonkabine ist, die sich in der Rückwand des Zuschauerraumes befindet, von wo der Tontechniker die Bühne überblicken und damit dem Bühnengeschehen jederzeit folgen kann.   zurück

 

 

Werkstätten

Jedes Theater verfügt über traditionelle Werkstätten, in denen die Bühnenausstattungen für die einzelnen Werke des Spielplans hergestellt werden: Maskenbildnerei, Schneiderei (Kostümwerkstätten), Dekoabteilung (wo z.B. Polstermöbel bezogen oder Gardinen gefertigt werden), Schlosserei, Schreinerei (Tischlerei) und Malersaal. Große Opernhäuser haben teilweise eine eigene Schusterei und eine Waffenkammer.   zurück

 

 

 

Malersaal     (engl. - painting workshop;   franz. - atelier de peinture;   ital. - atelier de pittura )

Technische Werkstatt, in der die Dekorationsteile eines Bühnenbildes (Kulissen, Prospekte, Versatzstücke, Möbel), die in den anderen Werkstätten des Theaters (Tischlerei, Schlosserei, Dekorationsabteilung) gefertigt wurden, farbig gestaltet werden. Im Malersaal als der letzten Station der Werkstätten erhält das Bühnenbild sein endgültiges Aussehen, bevor es auf die Bühne kommt. Theatermaler sind Handwerker, müssen aber über künstlerisches Einfühlungsvermögen und Fähigkeiten verfügen, denn sie bestimmen nicht unwesentlich die optische Qualität des Bühnenbildes.   zurück

 

 

Kascheur

Mitarbeiter im Malersaal (bei großen Theatern auch in eigener Kaschierwerkstatt), der Versatzstücke des Bühnenbildes nach der Form aus Gips, Ton oder Holz plastisch nachbildet oder von Hand modelliert, z.B. Skulpturen bildnerisch formt.   zurück

 

 

Requisiten   (engl. - properties - props;   franz. - accessoires;   ital. - accesor )

Bewegliche Gegenstände, die zum Spiel auf der Bühne für die Darsteller benötigt werden wie Rauchutensilien, Geschirr, Blumenvasen, Schmucksachen, Koffer, Schreibwerkzeug, Bücher u.v.m.. Auch wenn auf der Bühne gegessen und getrunken wird, muß der Requisiteur die dafür notwendigen Lebensmittel besorgen.   

Requisiteur

Leiter bzw. Mitarbeiter der Requisite.    zurück

 

 

 

Fundus

Bestand an Dekorationen oder Kostümen, den ein Theater nach Beendigung der Vorstellungsserie eines Werkes lagert und aus dem für spätere Inszenierungen (auch anderer Werke) einzelne Teile oder ganze (Kostüm-) Serien in gleicher oder veränderter Form wiederverwendet werden können.  zurück

 

 

Maskenbildner(in)      (engl. - make-up man;   franz. - maquilleur, maquilleuse;  ital. - truccatore, truccatrice )

Leiter/in (Chefmaskenbildner/in) und Mitglieder der Maskenbildnerei. Nach abgeschlossener Fachausbildung übt der/die Maskenbildner/in einen künstlerisch-technischen Theaterberuf aus, der neben handwerklicher Fertigkeit auch künstlerisches Talent verlangt.   zurück

 

 

Maskenbildnerei (auch kurz Maske genant)

Die Maske ist das älteste Attribut für die Verwandlung eines Menschen in ein anderes Wesen. Sie ist das Ursymbol des Theaters schlechthin. Die religiösen Kultformen aller Früh- und Hochkulturen kannten schon seit Jahrtausenden die Maske, ohne die auch Komödie und Tragödie des antiken Theaters nicht vorstellbar waren, wie viele bildliche Überlieferungen anschaulich beweisen. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Maskentypen. Die Schminkmaske entsteht durch Bemalung (Schminken) des Körpers, vor allem des Gesichtes. Dieser Vorgang   des 'Maske machen' ist uralt und wird heute schon für die prähistorische (vorgeschichtliche) Zeit angenommen. Die plastische Maske ist eine feste Maske, die aus verschiedenen Materialien (besonders aus Leinwand und Stoff) extra hergestellt wird. Sie kann im Rohzustand des Materials ohne weitere Behandlung bleiben, wird aber meistens zusätzlich kunstvoll bemalt. Der Darsteller stülpt sie sich über den Kopf, er schlüpft förmlich in sie hinein, wobei in sie Öffnungen für die Augen und für den Mund zum Atmen und Sprechen eingearbeitet sind. Einen wichtigen Teil der Maske stellt die Frisur dar, die man entweder aus dem eigenen Haar formt oder als Perücke aus echtem oder Kunsthaar aufsetzt, wobei auch hier der Fantasie keinerlei Grenzen gesetzt sind. Der Beruf des Maskenbildners ist handwerklich erlernbar, verlangt zugleich aber künstlerisches Talent. Die Maskenbildnerei ist die künstlerisch-technische Abteilung des Theaters und wird vom Chefmaskenbildner geleitet, dem die anderen Maskenbildner und Friseusen unterstellt sind.    zurück

 

 

Garderobier(e)

Männliche und weibliche Arbeitskraft als Helfer(in) der Solisten und künstlerischen Kollektive (Ballett und Chor) für den Garderoben- bzw. Kostümwechsel während der Vorstellung. Bei kleineren und mittleren Theatern sind die Garderobieren in der Regel in den Kostümwerkstätten (Schneiderei) beschäftigt und werden im Rahmen ihrer geregelten Arbeitszeit für den Garderobendienst eingeteilt.   zurück

 

 

 

Fabel

(Lat.: fabula = Erzählung, griech.: Mythos). Die dramatische F. hat eine doppelte Begriffsbestimmung:

1. Als dem Zuschauer bekannter 'Mythos' repräsentiert sie das Material des Stücks im Unterschied zu dessen Gegenstand: Die Gesamtheit der Themen und Motive, als logische und chronologische Ereignisfolge organisierbar, die Ursache des Geschehens, unabhängig von den Figuren, vor oder außerhalb der Handlung. In der Poetik des Aristoteles ist die F. Imitation der Handlung, 'die Verkettung der Geschehnisse', 'Prinzip und Seele der Tragödie; erst nachher kommen die Charaktere'. Hier geht man von der F. als dramatischem Rohmaterial über zur F. als Handlungs- und Ereignisfolge. Die F. beschreibt 'die Taten der Figuren, nicht die Figuren selbst. Taten und F. sind Ziel und Zweck der Tragödie.' Insofern lautet die klassische Definition der F.: "Der Gegenstand des Gedichts ist der Grundgedanke der Handlung: die Handlung ist also die Entwicklung des Geschehens; die F. ist dasselbe, nur von den Vorgängen der Intrige her gesehen, welche die Handlung knüpfen und auflösen" (J. F. Marmontel).

2. Als Geschichtsperspektive ist dies bei Brecht (wie bei Aristoteles) 'Herzstück der theatralischen Veranstaltung', 'Seele des Dramas': "Das große Unternehmen des Theaters ist die F., die Gesamtkomposition aller gestischen Vorgänge" (Kleines Organon §65). Primat der F. bedeutet allerdings bei Brecht und im epischen Theater nicht Kontinuität und Zielstrebigkeit einer geradlinigen Handlung, sondern Unterordnung der Teile in dialektischer Widersprüchlichkeit und ironischer Gebrochenheit. Die F. stellt die Personen als Konstellation in ihrer gesellschaftlichen Funktion und Interrelation dar: "es sind zurechtgemachte Vorgänge, in denen die Ideen des Fabelerfinders über das Zusammenleben der Menschen zum Ausdruck kommen" (Nachträge zum Kleinen Organon). Wesentlich sind also das Perspektivistische und Didaktische der Urteilsebene: "die Auslegung der Fabel und ihre Vermittlung durch geeignete Verfremdungen ist das Hauptgeschäft des Theaters. Die Fabel wird ausgelegt, hervorgebracht und ausgestellt vom Theater in seiner Gänze, von den Schauspielern, Bühnenbildnern, Maskenmachern, Kostümschneidern, Musikern und Choreographen. Sie alle vereinigen ihre Künste zu dem gemeinsamen Unternehmen" (Kleines Organon §70). Auch die Auslegung ist verfremdend-dialektisch sowie veränderbar-historisch, also in ständiger Ausarbeitung: Die F. ist Geschichtsprozeß.   zurück

 

 

 

Handlung

(Griech.: praxis, engl.: story, frz.: action). Gesamtprozeß des auf der Bühne dargestellten Geschehens als Konzentration der Vorgänge, Dialektik zwischen inneren Geschehnissen und äußeren Ereignissen, Tiefenstruktur der dramatischen Entwicklung (Intrige als oberflächliche Verknüpfung der Episoden).

In der 'geschlossenen Form' (Tragödie) kennzeichnet sich die H. durch Einheit (Regel der drei Einheiten), Ganzheit, Geschlossenheit und Unersetzlichkeit der Teile. Sie ist ein Ausschnitt als Ganzes: Eine breitere Geschichte wird im Moment der Krise erfaßt, zur Auseinandersetzung zwischen Spiel und Gegenspiel konzentriert, zielstrebig steigend zum Höhepunkt (Kollision), dann fallend zur Katastrophe getrieben. Jedes Element der H. (Akt, Szene) ist lückenlos auf das andere abgestimmt, die Spannung des Zuschauers auf den Ausgang richtend. Die H. widerspiegelt eine höhere, übergeordnete Idee; dadurch Tendenz zur Entstofflichung und Verinnerlichung. Das Prinzip der 'verdeckten H.' ermöglicht durch Bauformen wie Botenbericht, Teichoskopie, Gespräch mit Vertrauten die Verdrängung der äußeren Vorgänge, sprachliches Duell in Stichomythien und Sentenzen die Stilisierung der H. Parodie dieser Form der H. in modernen Tragikomödien (Becketts Warten auf Godot, 1953; Dürrenmatts Besuch der alten Dame, 1956).

In der 'offenen Form' des Dramas (tragikomisches Theater, episches Theater) ist die H. charakterisiert durch Mehrsträngigkeit des Geschehens, 'Offenheit' des Schlusses, 'Spannung auf den Gang' (B. Brecht). Diese Momente sprengen das lineare, zielstrebige, pfeilförmige Vorwärtseilen, strukturelle Tendenzen zum Kaleidoskop (Grabbe), zur Kreis-, Kurvenform. Die äußeren Vorgänge sind in die H. einbezogen, dadurch Fülle der epischen Details. Die Gefahr des losen Nebeneinanders der Teile und Segmentierungseinheiten wird vermieden durch konzentrierende Bauformen: Kontrastierung zwischen den Bildern oder innerhalb der Einheiten, Variation oder Repetition derselben und der Motive, verklammernde Metaphorik (z.B. Messer in Büchners Woyzeck, 1836), 'Integrationspunkt', worin der Sinn des Ganzen in epischer oder Iyrischer Kommentarform erscheint (Großmutterlied in Lenzens Soldaten, 1776; Großmuttermärchen in Büchners Woyzeck; 'Finnische Erzählungen' in Brechts Herr Puntila und sein Knecht Matti, 1941). Zunehmender Hang zur Gestik und Pantomime als Ausdruck der H.

Im Theater des 20. Jh. oft auch Tendenz zur Auflösung des überlieferten Handlungsschemas, zur Ersatz-, Scheinhandlung und Handlungslosigkeit. Die Stücke sind ohne Spannung, Steigerung, Dialektik, die Figuren auf Sprachklischees oder Sprachlosigkeit reduziert: "was passiert, sind nur noch Wörter" (S. Beckett). Sprache als letzte Reduktion der H. – so Samuel Beckett (1906–89), Eugène Ionesco (1912-94), Ödön von Horváth (1901–38), Martin Walser (*1927), Harold Pinter (*1930), Franz Xaver Kroetz (*1946) u.a.

Die komische H. weist im Vergleich zu den verschiedenen dramatischen H. spezifische Merkmale auf. Da der konventionelle Komödienschluß als Happy-End formelhaft und austauschbar wirkt, ist der Reiz mehr auf den Spielcharakter und -vollzug verlegt: H. als Kette oder assoziative Reihe von Verwicklungen, Auflösungen, Hindernissen und Umschlägen mit Betonung der Redundanzen, Reprisen und Umkehrsituationen. In der komischen H. der neueren Komödien dann eher Parodie oder Umfunktionierung des 'guten' Schlusses zu einem offenen, kritischen Ende (wie Stücke von Lenzens Hofmeister, 1774, über Sternheims Bürger Schippel, 1913, bis zu den 'Komödien' Ionescos und Dürrenmatts). Hier aber schlägt die komische H. wieder um in die ambivalente H. der modernen Tragikomödie. Paradox bei Dürrenmatt: "Die schlimmstmögliche Wendung, die eine Geschichte nehmen kann, ist die Wendung in die Komödie" (Dramaturgische Überlegungen zu den 'Wiedertäufern').   zurück

 

 

Proben

Zeit, die für die Einstudierung z.B. einer Oper benötigt bzw. aufgebracht wird. Grundsätzlich unterscheidet man Einzel- von Ensembleproben, musikalische Einstudierungsproben von szenischen Proben, tägliche Arbeitsproben von den Schlussproben. Der gesamte Probenprozess für eine Opern-Neueinstudierung beginnt mit den musikalischen Einstudierungsproben. Dabei studiert der Sänger unter Anleitung des ihn auf dem Klavier begleitenden Korrepetitors erst einzeln, dann im Ensemble seine Partie musikalisch ein. Das geschieht in den Proberäumen und Studierzimmern des Theaters. Zur gleichen Zeit finden die Chorproben im Chorsaal, die Ballettproben im Ballettsaal und die Orchesterproben im Orchestersaal statt. Erst wenn die Sänger musikalisch einigermaßen sicher sind, beginnen mit der Stellprobe die szenischen Proben auf den Probe- und/oder den Hauptbühnen. Auf ihnen wird unter der Leitung des Regisseurs und unter der Assistenz eines Korrepetitors am Klavier die Inszenierung darstellerisch erarbeitet. Dies geschieht in sogenannten Probedekorationen, da das Bühnenbild in den technischen Werkstätten erst hergestellt wird. Ist ein Akt oder ein Bild eines Werkes oder dieses im Ganzen inszenatorisch soweit 'im Kasten', finden Durchlaufproben statt, in denen die Darsteller mit dem chronologischen Gesamtablauf des Bühnengeschehens vertraut gemacht und der künstlerische Standard des Probenprozesses ermittelt werden soll. In die letzte Probenphase werden die Bühnenorchesterproben integriert: szenisch-musikalische Proben für alle Beteiligten auf der Hauptbühne, an denen erstmals auch das Orchester (im Graben) teilnimmt. Davor hat es die Sitzprobe gegeben, eine rein musikalische Probe von Soli, Chor und Orchester (meist im Orchestersaal) ohne szenische Darstellung. Danach folgt die Schlussprobenzeit. Eröffnet wird sie mit der Technische Probe, auf der unter Leitung des technischen Direktors das gesamte fertige Bühnenbild technisch eingerichtet wird. Später folgt die Beleuchtungsprobe, gemeinsam durchgeführt vom Regisseur und Bühnenbildner sowie vom technischen Direktor und vom Beleuchtungsmeister. Auf ihr wird die genaue Beleuchtung festgelegt, d.h. Spiellicht für die Darsteller und Ausleuchtung des Bühnenbildes. Die eigentlichen Schlussproben beginnen mit der Klavierhauptprobe (= 1. Hauptprobe), bei der auf der Bühne erstmals alles zusammenkommt: die Darsteller in Kostüm und Maske, das Bühnenbild, die Requisiten, die Beleuchtung und die Tontechnik. Bei der Orchesterhauptprobe (= 2. Hauptprobe) wird das Klavier durch das Orchester ersetzt. Die Generalprobe schließlich ist die letzte Probe vor der Premiere und sollte möglichst wie diese ablaufen, d.h. ohne Unterbrechungen und Störungen. Darüber, welche Proben für wen wann und wo stattfinden, informiert der tägliche Probenplan, der an allen wichtigen Stellen im Theater ausgehängt wird.   zurück

 

 

Rolle

Das Wort Rolle wird vom lat. 'rotula' ('Rädchen') abgeleitet; um 1400 ins Deutsche entlehnt aus dem Französischen (rôle). Erst seit Ende des 16. Jh. bezeichnet Rolle den Anteil eines Schauspielers am Spiel, der in der Regel auf einen handlichen Papierstreifen geschrieben wurde, der bei den Proben so abgerollt wurde,  daß nur der jeweils zu sprechende Text sichtbar war; erstmals 1598 in Amsterdam, Gryphius übernimmt 1663 diese Praxis in Schlesien (vgl. Kluge, Etym. Wörterbuch).

Eine Rolle im Theater zu spielen, bedeutet nach heutigem Verständnis Verwandlung in einen anderen Charakter, aber nicht bis zur Selbstaufgabe; Distanz zum eigenen Ich und der Mut, sich zu produzieren, bleiben erhalten. Die Erarbeitung der Rolle ist für den Schauspieler ein schwieriger Prozeß. Sobald er die Bühne betritt, muß er wissen, daß er nicht mehr als er selbst dort steht, sondern in der zu verkörpernden Rolle. Es ist schwierig, das Gefühl zu beschreiben, welches den Schauspieler befällt, wenn er den Einstieg in die Rolle versucht. Er probiert aus in dauernder Anspannung, versucht diese oder jene Geste, überprüft sie, ob sie zu der zu verkörpernden R. paßt. Er probiert verschiedene Tonfälle aus und wiederholt dabei immer wieder seinen Text. Es ist möglich, daß ein Schauspieler den Zugang zu einer Rolle nie findet, daß ihm dabei auch der Regisseur nicht helfen kann. Das Verhältnis Schauspieler Rolle wird in der Theatertheorie unterschiedlich bestimmt: Stanislawski-System, Meyerhold-Methode, Verfremdungseffekt, Armes Theater, Theater der Grausamkeit, The Method, Theaterpädagogik,

Psychodrama. Der Rollen-Begriff wird auch in der Sozialpsychologie und der Soziologie zur Beschreibung von Interaktionsstrukturen benutzt; dem liegt die Annahme analoger Strukturen von Theaterhandlung und Alltagskommunikation zugrunde. Diese Analogievorstellung von Theater und Leben, vermittelt über den Rollen-Begriff, führt in ihrer metaphysisch-religiösen Andeutung zur Idee vom Welttheater.   zurück

 

 

 

Partie

Bezeichnung für die Rolle, die ein Sänger in einer Oper singend darstellt.   zurück

 

 

 

Markieren

So nennt man das Nicht-Voll-Aussingen eines Sängers/einer Sängerin während der Proben, um die Stimme zu schonen.   zurück

 

 

Strich

Kürzung von Text- und Musikstellen eines musikalischen Bühnenwerkes unterschiedlichen Umfanges, z.B. von der Streichung eines einzelnen Wortes bis zum Wegfall einer ganzen Arie. Beispiel: bei heutigen Aufführungen von Beethovens "Fidelio" wird die sogenannte 'Goldarie' des Rocco ("Hat man nicht auch Gold daneben ..."; 1. Akt, 4. Auftritt) oft gestrichen. Verantwortlich dafür ist in erster Linie der musikalische Leiter in Absprache mit dem Regisseur, der wiederum meist allein die Textstriche im Dialog vornimmt.   zurück

 

 

 

Primadonna (ital. = erste Dame)

Erste Sängerin an einem Opernhaus, die durch hervorragende künstlerische Leistungen in den großen Opernpartien ihres Faches (meist Sopran) besonderen Ruhm und Anerkennung gewinnt. Am Ende des 18. Jahrhunderts kam für sie auch der Begriff Diva (= die Göttliche) auf.   zurück

 

 

 

Koloratur (lat. color = Farbe)

Verzierung und Ausschmückung einer Arie für die menschliche Stimme, mit der vor allem in der Barockoper die Primadonnen mit ihrer teilweise frei improvisierenden Stimmakrobatik glänzen konnten. Erst später wurden die Koloraturen zur stimmlichen Charakterisierung menschlicher Gefühle genau auskomponiert (z.B. von Rossini) und blieben vor allem dem Sopran vorbehalten. Berühmte Koloratur-Arien sind u.a. die Auftrittsarie der Königin der Nacht (Mozart "Die Zauberflöte"), die Wahnsinnsarie der Lucia (Donizetti "Lucia di Lammermoor"), die Arie der Olympia (Offenbach "Hoffmanns Erzählungen"), die Arie der Zerbinetta (Strauss "Ariadne auf Naxos").   zurück

 

 

 

Rezitativ (lat. recitare = vortragen, deklamieren)

Sprechgesang, der vor allem den Inhalt des Textes verständlich wiedergeben soll. Es nimmt damit eine erzählerische Grundhaltung ein, die den Fortgang der Handlung sprachlich befördert. Das Recitativo secco (das trockene Rezitativ), das dem einfachen Sprachrhythmus des (parlierenden) Sprechens folgt und in der Oper meist nur vom Cembalo akkordisch begleitet wird, unterscheidet man vom Recitativo accompagnato, das größere dramatische Ausdrucksmöglichkeiten erschließt und von der ausgearbeiteten Instrumentalbegleitung des Orchesters musikalisch geführt wird. Aus dem R.a. entwickelte sich über das melodische Arioso (ital.= liedartig) die Arie.   zurück

 

 

 

Schmiss

Bezeichnung für falschen bzw. nicht rechtzeitigen Einsatz eines Sängers oder Musikers wie auch für das plötzliche Aussetzen beim Singen oder beim Instrumentalspiel.   zurück

 

 

 

Souffleur/Souffleuse    (franz. souffler = einflüstern, vorsagen)   (engl. - prompter;   franz. - souffleur, souffleuse;   ital. - suggeritore, suggeritrice )

Künstlerische Hilfskraft, die den Darstellern auf den Proben beim  Lernen des Textes hilft und sie vor dem Steckenbleiben (Theatersprache: 'einen Hänger haben') während der Aufführung bewahrt.   zurück

 

 

 

Korrepetitor

Klavierspieler, der am Theater den Sängern ihre Gesangspartien musikalisch einstudiert und die szenischen Proben auf dem Klavier begleitet, sofern es der verantwortliche Kapellmeister nicht selbst tut. Der erste unter den Korrepetitoren (auch Solorepetitor) trägt den Titel Studienleiter und ist für die Einteilung der einzelnen musikalischen Einstudierungsproben verantwortlich. Der für das Ballett zuständige Repetitor heißt Ballettrepetitor. Die Korrepetitoren sind auch meist zum Spielen des Klaviers oder des Cembalos während einer Opernaufführung verpflichtet.   zurück

 

 

 

Dialog

(Griech. dialogos = Unterredung). Im Gegensatz zum Monolog das Wechsel- oder Zwiegespräch, genauer: die von zwei (Duolog) oder mehreren Personen (Polylog) abwechselnd geführte Rede und Gegenrede. Die Aussage des D. zielt vorrangig auf den Partner und auf die Zuhörerschaft, bezieht sich infolgedessen auf die Zuhörerbereitschaft und -situation. Sie kann sich simultan auf mehreren Referenzebenen entwickeln. Rein sprachlich betrachtet, charakterisiert sich die Aussage des D. durch das Vorhandensein metalinguistischer Elemente und die Häufigkeit der interrogativen Formen.

Der D. wird als grundlegende sprachliche Charakteristik des Dramas betrachtet, sogar als identisch mit der sprachlichen Struktur des Dramas: "Die vollständige dramatische Form ist der Dialog" (Hegel). Da aber Drama selbst Handlung bedeutet, wird der D. immer wieder aus diesem Bezugspunkt näher bestimmt und als aktional oder nichtaktional empfunden. Aktional ist jener D., in dem sich mit jeder Replik, jeder Rede und Gegenrede ein situationsveränderndes Handeln vollzieht, in dem das Wort also die Handlung trägt. In diesem Kontext erhält die theatergeschichtliche Tatsache, daß der D. nach bzw. aus dem Monolog entstanden ist, eine neue Bedeutung. Er entstand zwar im antiken Theater aus der Wechselrede zwischen Chor und Protagonisten; aber erst die Einführung eines zweiten Schauspielers, die Aischylos, 524–426 v. Chr., zugesprochen wird, schuf die nötige Voraussetzung zum D. Die zeitgeschichtliche Entwicklung des D. wie auch die des Monologs hebt die Unmöglichkeit der Verabsolutierung dieser Begriffe hervor. Nach Mukarovsky (1967) sind die Übergänge von D. und Monolog fließend; ein D. beruhe auf der Polarität oder Spannung zwischen zwei (oder mehreren) Subjekten, die durch ein "Sich-Durchdringen und Sich-Lösen von mehrerlei, wenigstens zweierlei Kontexten bedingt wären".

Die durch Handlungsentwicklung gegebene Bedingtheit des aktionalen D. bringt auch eine wichtige Personenabhängigkeit mit sich. Redner und Gegenredner, Sprecher und Hörer stehen in einem bestimmten sozialen und menschlichen Verhältnis gegeneinander, führen mit persönlichen Mitteln und Zielen das Gespräch. Oft (besonders im klassischen Drama) nimmt es den Charakter einer kämpferischen Auseinandersetzung an, es ergibt sich eine stets wachsende Spannung, das Wort gewinnt an Dynamik, der Höhepunkt wird in der Stichomythie (Streitgespräch) erreicht. Mit der Annahme einer "Krise des Dramas" (Szondi) folgt dementsprechend auch eine Krise des Dialogs. Die Vorherrschaft des offenen zum Nachteil des geschlossenen Dramas schiebt den nichtaktionalen D. in den Vordergrund; er verfällt dem Monologisierungsprozeß. Der durch das Konversationsstück für das Drama gewagte "Rettungsversuch" (Szondi) führt bis auf seltene Ausnahmen (Hofmannsthals Der Schwierige, 1921, oder in ganz neu verdichteter Weise S. Becketts Warten auf Godot, 1953) zur weiteren Destruktion des D. wie des Dramas selbst. "...Was in dem Dialog ausgetragen wird, treibt die Handlung nicht vorwärts, verwirklicht nicht die Fabel in der Sprache, sondern ist Selbstaussage der Personen, verdeutlicht die Eigenart der Menschen..." (V. Klotz). Das ins Leere schwebende Konversationsstück, der zur Konversation an sich gewordene D. in der "pièce bien faite" wird von manchen Autoren der Moderne programmatisch bekämpft.

Da im modernen Theater das Problem gestörter Kommunikation oder gar der Sprachlosigkeit zu einem generellen Thema wurde, wird der Verfallsprozeß des D. im klassischen Sinne unaufhaltsam. Das Schweigen wird schließlich zum konsequenten Ausdruck der Dialog-Unmöglichkeit und manchmal sogar programmatisch thematisiert: "Das ausgeprägteste Verhalten meiner Figuren liegt im Schweigen; denn ihre Sprache funktioniert nicht... Ihre Probleme liegen so weit zurück und sind so weit fortgeschritten, daß sie nicht mehr in der Lage sind, sie wörtlich auszudrücken" (F. X. Kroetz, 1970). Der D. überlebt vielmehr im Dialogisierungsprozeß des Monologs.    zurück

 

 

 

Monolog

(Griech. monos = allein, loges = Rede). Im Gegensatz zum Dialog Selbstgespräch. Auf dem Theater vorgetragener Diskurs, und zwar von einer einzelnen Person, die von der Anwesenheit anderer mitspielender Figuren keine Notiz nimmt. Dabei wird in Szenen mit mehreren Personen der Unterschied zwischen Monolog und Beiseitesprechen, Aparte/aside relevant. – Im Gegensatz zum Dialog ist der Monolog hauptsächlich auf die sprechende Person bezogen; es gibt eine einzige Referenzebene, er fordert keine Gegenrede, ist aber desto nachhaltiger an das Publikum gerichtet. Vom Sprachlichen her charakterisiert den Monolog ein totales Fehlen metalinguistischer Elemente, dagegen aber eine Häufigkeit von Ausrufungsformen.

Eine präzise Bestimmung des Monolog ist schwierig, da sie nach verschiedenen Kriterien herausgearbeitet werden kann. Nach einem situativen Kriterium beispielsweise, in dem die Einsamkeit des Sprechers, der seine Replik als Selbstgespräch an kein Gegenüber auf der Bühne richtet, wären längere Botenberichte oder eine große Rede keine Monolog, da sie ja an Figuren auf der Bühne oder an das Publikum gerichtet sind. Nach einem strukturellen Kriterium, das den Umfang und den in sich geschlossenen Zusammenhang einer Replik berücksichtigt, würde es sich bei diesen jedoch um Monologe handeln, da sie in sich geschlossene Solo-Reden größeren Umfangs sind (Pfister, 1977). In diesem Kontext wird der begriffliche Unterschied der angelsächsischen Fachterminologie zwischen "Soliloquy" und Monolog besonders einleuchtend: "Der Monolog unterscheidet sich vom Dialog durch seine Länge und relative Vollständigkeit und vom Soliloquy durch die Tatsache, daß er sich an jemanden wendet. Das Soliloquium wird von einer Person gesprochen, die allein ist oder so tut, als ob sie allein wäre. Es ist eine Art, mit sich selbst zu sprechen..." (Dictionary of World Literature, S. 272).

Theatergeschichtlich war der Monolog am Anfang. Er beruht primär auf einer der Grundbedingungen der Existenz der Theaterform: der Konvention. Dem Kommunikationsbedürfnis des menschlichen Wesens entsprungen, ist der Monolog in der griech. Tragödie (siehe auch Antikes Theater) zum Grundbestandteil geworden. Erst durch das Eingreifen des Chors unterbrochen, wird er dann durch Aischylos und Sophokles zur hohen Reife entwickelt. Mit Euripides wurde der Monolog zum Stilmittel der Tragödie erhoben durch den Prolog. Da der Monolog auf Konvention beruht, kann ein Darsteller während des Vortrags nicht nur eine, sondern mehrere Personen interpretieren. Dies eröffnet die Möglichkeit – ähnlich dem Dialog –, aktionale und nichtaktionale Monolog zu unterscheiden. Strikte Abgrenzungen sind jedoch auch hier nicht zu treffen. Aktionale M., in denen sich beim Sprechen Handlung als Situationsveränderung vollzieht, entsprechen eher der antiken und klassischen Tragödie, der geschlossenen Form des Dramas, denjenigen Strukturen also, die einer straffen Tektonik verpflichtet sind. Bisweilen findet sich der aktionale M. in Begriffsbildungen wie 'Konflikt- Monolog ', 'Planungs- Monolog ', 'Entscheidungs- Monolog ', die ihn eigentlich in seiner Komplexität begrenzen, wieder. Der dramatische, innerlich kämpfende Kern dieser Monolog-Art bleibt unverändert: das Individuum in Auseinandersetzung mit mehreren Handlungsmöglichkeiten, die es zum Treffen einer Wahl und zum Handeln treiben. Was verwandelt wird, ist die Tektonik, die Ausdrucksweise. Die hier besprochene Monolog-Art ist gekennzeichnet durch einen symmetrischen Aufbau, eine klare Entwicklung der Für- und Gegenargumente und ein logisches Vorwärtsschreiten, das zur Entschlußfassung und zur Handlung führt. Der Eindruck rationaler Distanz sowie inhaltlicher und formaler Geschlossenheit wird erweckt. Die Konvention überwiegt. Parallel dazu gibt es den selteneren Monolog in der offenen Form des Dramas, der in kurzen, abgehackten Sätzen eine Folge oft logisch unzusammenhängender Gefühle und Gedanken wiedergibt, z.B. die Woyzeck- Monolog in der Szene "Freies Feld" in Büchners Woyzeck (1835).

Der nichtaktionale Monolog unterscheidet sich vom aktionalen Monolog dadurch, daß er eine Handlung vermittelt, aber kein situationsveränderndes Handeln in sich trägt. Seine Hauptfunktionen sind Information und Kommentar. Diese Monolog -Art hat eine lange und ununterbrochene Tradition. Im antiken Prolog einsetzend, von der späteren röm. Komödie aufgegriffen, fand er in den Mysterienspielen des Mittelalters eine Fortführung und gleichzeitig eine neue Form: in der Anrufung. Diese Monolog-Art nähert sich am meisten dem Bericht und der Erzählung. Das Renaissancetheater kultiviert ebenfalls den Monolog, der im 17. Jh. besonders vom span. Theater als "soliloquios" neu geprägt wurde.

Da das Vortragen und Interpretieren des Monolog für den Schauspieler immer eine Bewährungsprobe bedeutet, gleichzeitig ihm aber die Gelegenheit bietet, als Protagonist, als Solospieler aufzutreten, wird er auch im Straßentheater und im Markttheater verwendet, so im frz. Théâtre de la Foire und im viktorianischen Theater. Im Varietétheater und in den Music Halls gilt er bis heute als Schlüsselelement der Vorstellung, in diesem Sinne auch die heutigen One-Man-Shows im Theater und Fernsehen.

Die Vielfalt der Funktionen, die der M. im Laufe der Jh. zu erfüllen vermag – Expositions- Monolog, Brücken- oder Übergangs- Monolog, Binnen- Monolog, lyrischer Monolog in Klassik und Romantik, häufig auch im Drama des Expressionismus; Reflexions- Monolog u.a. –, erklärt die lange Dauer dieses recht unrealistisch und artifiziell wirkenden Bühnenmittels. Anstöße zu einer Dialogisierung des Monolog kamen durch die den Monolog ersetzenden Dialoge mit Vertrauten. Der Drang nach Mimesis führte im Realismus (siehe auch Realistisches Theater) und besonders im Naturalismus (siehe auch Naturalistisches Theater) zu einem starken Zurücktreten des Monolog. Ibsen als Hauptvertreter des psychologischen Theaters rühmte sich, das Kunststück vollbracht zu haben, in Brand (1866) ganz ohne die Konvention des Monolog ausgekommen zu sein. Strindberg rehabilitiert den Monolog bald darauf im Vorwort zu Fräulein Julie (1888), indem er ihn als motivierte, sich aus der Situation ergebende Ausdrucksform postuliert.

Um die große Bedeutung, die im Drama des 20. Jh. dem M. zukommt, verstehen zu können, sind wichtige Entwicklungen der Monolog-Form zu beachten. Die zahlreichen Monodramen, die eigentlich gleichzeitig Monolog-Stücke sind und sich über das ganze 20. Jh. (bes. nach 1945) verstreuen, sind Manifestationen gestörter Kommunikation, von Isolation und Entfremdung des Individuums. Wo der Dialog versagt, wo seine Überlebenskraft als künstlerische Ausdrucksform unzureichend wird, regiert der M. die Szene. Jean Cocteau, La voix humaine (1930), S. Beckett, Das letzte Band (1959) und Ein Stück Monolog (1983), E. Ionesco, Der neue Mieter (1965), P. Handke, Kaspar (1968), F. X. Kroetz, Wunschkonzert (1972), verweisen auf die Infragestellung des Monologs; Pantomime, Objekt-Symbolik und außersprachliche theatralische Zeichen ersetzen ihn.    zurück

 

 

 

Arie

Gesangslied in der Oper, in der sich eine Sängerin/ein Sänger als Person, die sie/er darstellt, äußert: Gefühle ausdrückt, Leidenschaft zeigt, Gedanken ausspricht, Entscheidungen trifft u.a.m.. Die allgemeine Unterscheidung, das Rezitativ sei Sprach- und Gesangsträger der Handlung, die Arie hingegen bedeute einen emotional oder gedanklich motivierten Stillstand des Geschehens, ist so nicht mehr aufrechtzuerhalten. Denn schon im 19.  Jahrhundert wurde die strikte Trennung zwischen Arie und Rezitativ weitestgehend aufgehoben.   zurück 

 

 

 

Duett

Vom Orchester begleitetes Gesangsstück in der Oper für zwei Singstimmen. zurück

 

 

 

Einsingen

Stimm- und kurze Gesangsübungen von Sängern vor der Probe oder Aufführung.   zurück

 

 

 

Applaus

Damit bezeichnet man die Gesamtheit der wahrnehmbaren Reaktionen eines Publikums auf eine künstlerische Leistung: den Beifall als Anerkennung und Lob, der sich bis zu Bravo- und Jubelrufen, zu Trampelbeifall und stehenden Ovationen steigern kann; aber auch Buhrufe und Pfiffe als Ablehnung des Gezeigten.   zurück

 

 

 

Applausordnung

Der vom Regisseur festgelegte und bei den Schlussproben auch geprobte Ablauf, nach dem sich die Künstler am Ende der Vorstellung vor dem Publikum verbeugen, um den Applaus entgegenzunehmen. Diese Ordnung der Solisten- und Ensembleauftritte beim Schlussapplaus wird aufgeschrieben und im Bühnenbereich mehrfach ausgehängt. Die Applausordnung überwacht der Abendspielleiter, Inspizient oder der Regisseur selbst. Nach ungeschriebenem Theatergesetz gilt: 1.) Bei der Premiere verbeugen sich ausnahmslos alle Mitwirkenden ungeachtet des Umfangs ihrer künstlerischen Aufgaben. 2.) Bei den folgenden Vorstellungen verpflichten sich zumindest alle Mitwirkenden, die in der Vorstellung erst oder noch nach der Pause beschäftigt sind. Vor allem bei komischen Opern gehört die Applausordnung manchmal noch direkt zur Inszenierung dazu und ist somit ein inszenierter Bestandteil der Aufführung. Treten nach einzelnen Akten oder Bildern Sänger/innen vor den Vorhang, so spricht man vom Applausvorhang. Er ist jedoch mehr ein freundliches Entgegenkommen für Darsteller wie Publikum, dient auch manchmal ganz praktisch zur Überbrückung längerer technischer Umbauten. 

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